Die beste Schriftart im Lebenslauf ist eine gängige, gut lesbare Schrift wie Calibri, Aptos, Arial, Helvetica, Georgia oder Inter, im Fließtext in 10 bis 12 Punkt und durchgehend einheitlich. Wichtiger als die genaue Schrift sind drei Dinge: Sie liest sich am Bildschirm und auf Papier gleich gut, sie sieht beim Empfänger genauso aus, weil sie im PDF eingebettet ist, und sie stellt jeden Buchstaben Ihres Namens korrekt dar. Das österreichische AMS nennt eine gängige, gut lesbare Schrift in 12 Punkt ausdrücklich die Norm.
Wegen der Schrift wird niemand eingestellt. Wegen der Schrift wird mancher überblättert.
Welche Schriftart im Lebenslauf ist die richtige?
Die richtige Schriftart im Lebenslauf ist die, die beim Lesen nicht auffällt: eine schlichte, verbreitete Schrift, eine Schriftfamilie für das ganze Dokument, in einer Größe, die mühelos lesbar ist. Für die meisten Lebensläufe eignen sich:
- Serifenlose Schriften: Calibri, Aptos, Arial, Helvetica, Inter, Lato, Source Sans.
- Serifenschriften: Georgia, Cambria, Garamond, Times New Roman.
Calibri war 15 Jahre lang die Standardschrift in Microsoft Office. Im Juli 2023 hat Microsoft die serifenlose Aptos als neue Standardschrift für Word, Outlook, PowerPoint und Excel eingeführt. Beide sind eine sichere Wahl. Ein Lebenslauf in der Standardschrift ist kein Makel. Ein Lebenslauf in vier Schriften schon.
Wie bewerten Personaler die Schrift im Lebenslauf?
Personaler bewerten keine Schriften, sie merken aber sofort, wenn eine Schrift das Lesen bremst oder uneinheitlich wirkt. Die Schrift gehört zum ersten Überfliegen, und das ist kurz. Dabei fallen vier Dinge auf.
| Was auffällt | Schwaches Signal | Starkes Signal |
|---|---|---|
| Lesbarkeit | Dünne, schmale oder verspielte Schrift; Fließtext unter 10 Punkt | Normale Strichstärke, offene Buchstabenformen, 10 bis 12 Punkt |
| Einheitlichkeit | Drei oder vier Schriften, wechselnde Größen je Abschnitt | Eine Familie, zwei bis drei Größen, gleich gestaltete Überschriften |
| Darstellung | Kästchen statt Buchstaben oder eine Ersatzschrift auf einem anderen Gerät | Überall gleiches Schriftbild, Schriften eingebettet |
| Wirkung | Schreibschrift oder Effektschrift für eine Stelle im Controlling | Sachliche Schrift passend zur Branche; Gestaltung gehört ins Portfolio |
Die Logik dahinter: Die Schrift soll den Inhalt tragen, nicht mit ihm konkurrieren. Muss sich jemand erst an das Schriftbild gewöhnen, ist ein Teil der ersten Sekunden schon verbraucht.
Serifenschrift oder serifenlose Schrift: Was passt besser?
Beides funktioniert: Serifenlose Schriften wirken am Bildschirm klarer, Serifenschriften im Druck klassischer, und entscheidend ist vor allem die einheitliche Verwendung. In der Praxis werden Lebensläufe meist zuerst am Bildschirm geöffnet, ein Grund, warum serifenlose Schriften häufiger gewählt werden.
| Schrift | Art | Passt zu | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Calibri | Serifenlos | Fast jeder Stelle | 15 Jahre Office-Standard, sehr weit verbreitet |
| Aptos | Serifenlos | Fast jeder Stelle | Office-Standard seit 2023; ältere Systeme haben sie teils nicht |
| Arial / Helvetica | Serifenlos | Konservative Branchen, öffentlicher Dienst | Neutral, praktisch überall vorhanden |
| Inter / Lato | Serifenlos | IT, Start-ups, Produktrollen | Für Bildschirme entworfen, kostenlose Webschriften |
| Georgia | Serifen | Recht, Wissenschaft, Beratung | Am Bildschirm wie im Druck gut lesbar |
| Garamond / Cambria | Serifen | Forschung, Verlage, Finanzen | Klassisch; Garamond fällt klein aus, also größer setzen |
| Times New Roman | Serifen | Überall zulässig | Wirkt auf manche altmodisch, ist aber nicht falsch |
Eine praktische Regel: Wer für Überschriften eine Serifenschrift wählt, bleibt im Fließtext bei derselben Familie oder bei genau einer schlichten serifenlosen Schrift. Mehr als zwei Familien sollten es nicht sein.
Welche Schriftarten sollten Sie im Lebenslauf vermeiden?
Meiden Sie verspielte, sehr dünne oder schmal laufende Schriften und jede Schrift, die der Empfänger wahrscheinlich nicht installiert hat, wenn Sie eine bearbeitbare Datei schicken.
- Schreib- und Handschriften: In kleinen Größen schwer lesbar, und das Blatt erinnert eher an eine Einladungskarte.
- Effektschriften wie Comic Sans oder Papyrus: Sie lenken vom Inhalt ab.
- Leichte und dünne Schnitte: Sie verblassen auf kontrastarmen Bildschirmen und im grauen Ausdruck.
- Schmale Schriften, um mehr Text unterzubringen: Eine Seite, die eine schmale Schrift braucht, braucht eigentlich eine Kürzung.
- Symbolschriften für Telefon-, Mail- und Ortssymbole: Wird das Symbol nicht dargestellt, steht dort ein beliebiges Zeichen.
Der letzte Punkt ist technisch, kommt aber häufig vor. Kontaktdaten gehören als einfacher Text in die Kopfzeile. Ein Telefonsymbol ist Dekoration.
Welche Schriftgröße ist im Lebenslauf richtig?
Im Lebenslauf sind 10 bis 12 Punkt für den Fließtext, 12 bis 14 Punkt für Abschnittsüberschriften und 16 bis 22 Punkt für Ihren Namen üblich. Schriften mit kleinem Schriftbild wie Garamond brauchen das obere Ende dieser Spanne.
| Element | Größe | Hinweis |
|---|---|---|
| Ihr Name | 16-22 pt | Größter Text auf der Seite, nichts anderes kommt nah heran |
| Abschnittsüberschriften | 12-14 pt | Fett oder Kapitälchen, überall gleich |
| Fließtext und Stichpunkte | 10-12 pt | Nie unter 10 pt, nur um Platz zu sparen |
| Daten, Orte, Kontaktzeile | 9-11 pt | Auch ausgedruckt noch lesbar |
Der Leitfaden des AMS für Bewerbungsberaterinnen und -berater aus dem Jahr 2021 nennt eine gängige, gut lesbare Schrift wie Times New Roman oder Calibri in 12 Punkt die Norm. Für einen zweiseitigen Lebenslauf funktionieren 11 Punkt mit sauberem Zeilenabstand ebenso. Der Maßstab ist der Ausdruck, nicht der Bildschirm bei 150 % Zoom.
Welche Rolle spielt die Schrift für Bewerbermanagementsysteme?
Ein Bewerbermanagementsystem (ATS) liest den Text, nicht die Schriftart; eine Standardschrift hilft nur dabei, dass der Text sauber ausgelesen wird. Zum Problem wird die Schrift in drei Fällen:
- Die Schrift ist nicht im PDF eingebettet. Das System oder der Betrachter des Personalers setzt eine Ersatzschrift ein, im schlimmsten Fall erscheinen Zeichen verstümmelt.
- Text steckt in einem Bild. Ein Name oder eine Überschrift als Grafik ist für die Software unsichtbar, egal in welcher Schrift.
- Symbole ersetzen Wörter. Symbolschriften und Zierpunkte werden im ausgelesenen Text zu zufälligen Zeichen.
Das Einbetten ist ein gelöstes Problem. PDF/A, das als ISO 19005 genormte Archivformat, geht sogar weiter als nötig: Laut der US-amerikanischen Library of Congress müssen in PDF/A-1 alle Schriften eingebettet sein. Ein normales PDF aus einem Textprogramm oder einem Lebenslauf-Editor bettet die Schriften in der Regel ebenfalls ein. Am schnellsten prüfen Sie das, indem Sie die Datei auf einem anderen Gerät öffnen.
Worauf kommt es bei Bewerbungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz an?
Im DACH-Raum zählen eine sachliche, gut lesbare Schrift, dieselbe Schrift in Lebenslauf und Anschreiben und eine fehlerfreie Darstellung von Umlauten, ß und allen Zeichen Ihres Namens. Die allgemeinen Gestaltungsregeln für den deutschen Lebenslauf, also eine professionelle Schrift und ein ruhiges tabellarisches Layout, erklärt unser Ratgeber zum deutschen Lebenslauf. Hier geht es um das, was dort nicht steht.
| Prüfpunkt | Warum er wichtig ist |
|---|---|
| Umlaute und ß (ä, ö, ü, ß) | Orte, Arbeitgeber und Abschlüsse enthalten sie; fehlt ein Zeichen, springt die Schrift mitten im Wort um |
| Sonderzeichen im Namen (etwa ş, ğ, ı, İ, ç, é) | Ihr Name muss in jedem Dokument und im Bewerbungssystem gleich aussehen |
| Eine Schrift für Lebenslauf, Anschreiben und Deckblatt | Die Bewerbung wird als zusammengehörige Unterlage gelesen |
| 11-12 pt im Fließtext | Entspricht der Lesegewohnheit, die der AMS-Leitfaden beschreibt |
| PDF mit eingebetteten Schriften | Geht die Bewerbung als ein zusammengefügtes PDF hinaus, muss jede Seite gleich aussehen |
Der Zeichentest dauert eine Minute: Schreiben Sie „Müller, Straße, Şükrü Yılmaz, Zürich“ in Ihrer Schrift, exportieren Sie als PDF und öffnen Sie die Datei auf dem Smartphone. Sieht ein Buchstabe anders aus als seine Nachbarn, greift eine Ersatzschrift.
Für Bewerbungen auf Englisch bei internationalen Arbeitgebern im DACH-Raum gilt dasselbe. Die Erwartung an ein ruhiges, einheitliches Schriftbild ändert sich mit der Sprache nicht.
Vorher und nachher: derselbe Kopfbereich, zwei Fassungen
Weniger Schriften, Größen und Auszeichnungen im Kopfbereich machen ihn ruhiger und schneller lesbar, ohne dass sich ein Wort ändert.
Vorher: Name in Schreibschrift mit 28 pt, Berufsbezeichnung in einer schmalen Schrift in Großbuchstaben, Kontaktzeile in einer dritten Schrift mit 8 pt samt Telefon- und Mailsymbolen, Abschnittsüberschriften gleichzeitig unterstrichen, fett und farbig.
Nachher: Name in Calibri fett mit 20 pt, Berufsbezeichnung in Calibri mit 12 pt, Kontaktzeile in Calibri mit 10 pt als reiner Text („München · +49 151 0000000 · name@beispiel.de · linkedin.com/in/name“), Abschnittsüberschriften in Calibri fett mit 13 pt und einer feinen Linie darunter.
Gleicher Inhalt. Eine Familie, vier Größen, keine Symbole. Die zweite Fassung übersteht außerdem das Kopieren in ein Bewerbungsformular.
Warum können Sie Ihre eigene Schriftwahl schlecht beurteilen?
Auf Ihrem Rechner sind alle Schriften installiert, die Sie je geladen haben, deshalb sieht die Datei bei Ihnen immer richtig aus; beim Empfänger muss das nicht so sein. Was Sie sehen, ist der günstigste Fall.
Daraus ergeben sich drei blinde Flecken. Eine Word-Datei in Aptos kann auf einem System ohne Aptos in einer anderen Schrift erscheinen. Eine leichte Schrift, die auf Ihrem kontrastreichen Bildschirm elegant wirkt, verblasst auf einem Büromonitor oder im grauen Ausdruck. Und Größen, die bei 150 % Zoom angenehm aussehen, wirken auf Papier klein.
Abhilfe schafft der Blick von außen. Exportieren Sie ein PDF, öffnen Sie es auf einem zweiten Gerät, drucken Sie ein Exemplar aus und prüfen Sie die Textebene mit einem ATS-Check. Lebenslauf-Editoren wie TalentVP haben einen Bereich „Design & Schrift“, in dem Sie Schriftart, Schriftgröße und Zeilenabstand wechseln und in der Live-Vorschau sehen, wie sich die Seite verändert, bevor Sie exportieren.
Ihr Plan in 6 Schritten für die richtige Schrift im Lebenslauf
- Eine Familie wählen. Calibri, Aptos, Arial, Helvetica, Georgia oder Inter; höchstens zwei Familien.
- Drei Größen festlegen. Name 16-22 pt, Überschriften 12-14 pt, Fließtext 10-12 pt.
- Den Zeichentest machen. Umlaute, ß und jedes Zeichen Ihres Namens.
- Die Unterlagen angleichen. Dieselbe Schrift in Lebenslauf, Anschreiben und Deckblatt.
- Ein PDF mit eingebetteten Schriften exportieren. Das PDF schicken, außer der Arbeitgeber verlangt ausdrücklich Word.
- Auf einem anderen Gerät und auf Papier prüfen. Danach die Datei durch einen ATS-Check laufen lassen.
Fazit
Die Schrift ist nicht die Botschaft. Sie ist der Weg, auf dem sie ankommt.
Die beste Schriftart im Lebenslauf ist die, über die niemand nachdenkt: gängig, einheitlich, eingebettet und in einer Größe für Papier.
Einmal wählen. Zweimal prüfen. Dann zählt der Inhalt.
Quellen
- A change of typeface: Microsoft's new default font has arrived, Microsoft Design, 19. Juli 2023
- Bewerbungsunterlagen: Tipps und Hilfestellungen, AMS Österreich, Mai 2021: „Gut lesbare gängige Schriftart … und Schriftgröße (12 Punkt) ist Norm“
- PDF/A-1, PDF for Long-term Preservation, Library of Congress (USA): alle Schriften müssen eingebettet sein
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